Energie aus dem Weltall
Unsere Schule unterhält eine Küche, in der Mahlzeiten für die Kinder und wahre Festessen für Gäste zubereitet werden. Kochen braucht aber Energie in irgend einer Form, sei das Gas, Holz oder Strom, und diese ist weder Gratis noch besonders gut verfügbar. Eine Energiequelle aber spendet unbegrenzt Gratis-Energie – gemeint ist natürlich die Sonne! Der Solarkocher nützt diese Energie auf clevere Weise aus. Der erste davon ist im Schulhof aufgestellt, damit alle diese „Wunderkiste“, die gratis nur mit der Sonne und ohne Abgase über 100°C heiss wird, bestaunen können. Ziel es es, dass dieses Beispiel Schule macht und wir den Familien im Umkreis beim Bau ihres eigenen Kochers behilflich sein können. Das macht sie finanziell unabhängiger und wir bauen langsam, aber nachhaltig zusätzliche handwerkliche Fähigkeiten in der Gemeinschaft auf.
Was eine Kuh nicht alles bewirken kann
Viele der Schüler in Kenia essen aus finanziellen Gründen kein Frühstück. Wenn sie an der Schule ankommen, sind sie deshalb bereits hungrig, was sich natürlich durch den Tag nicht bessert. Die Folgen sind klar: Die Schüler können sich schlecht konzentrieren, schlafen teilweise sogar ein oder lassen sich ablenken, was auch die anderen Kinder im Raum in Mitleidenschaft zieht. Um dieses Problem anzugehen, haben wir uns entschieden, allen Kindern zum Frühstück Porridge – auf gut Deutsch Haferbrei – anzubieten, um ihnen die nötige Energie für den Tag zu geben. Nun benötigt Porridge aber grössere Mengen an Milch und die ist in Kenia teuer und schwierig zu lagern und zu transportieren. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, einen Teil der Spendengelder in die Anschaffung von zwei Kühen zu investieren. Seit 2014 sind nun Grace und Faith fester Bestandteil unseres Teams vor Ort. Später kamen der Nachwuchs von Grace, Roger, und zwei Ziegen dazu.
Gut aufgehobenes Wasser
Wasser ist in einem trockenen Land wie Kenia ein rares und kostbares Gut. In der Schweiz ist es überall, in Kenia muss man teilweise grosse Distanzen auf sich nehmen, um es zu beschaffen. Dies war auch an der Star Academy anfangs so. Diese langen Wege kosten Zeit, die die Mitarbeiter viel lieber anders investieren würden. Ausserdem führt der Transport zu Wasserverlust und über die Qualität des Wassers haben wir keine Ahnung, wie sauber das Wasser wirklich ist. Aus all diesen Gründen haben wir einen Teil der Spendengelder in einen neuen 2000-Liter Wassertank investiert. Dadurch müssen die Mitarbeiter und Kinder keine langen Wege mehr auf sich nehmen und wir haben volle Kontrolle über die Qualität des Wassers. So erhoffen wir uns auch weniger Krankheitstage der Kinder und damit verbunden weniger verpasste Ausbildungstage, denn neben schlechten sanitären Anlagen ist unreines Trinkwasser einer der Hauptgründe, wieso die Sterblichkeitsrate bei Kindern in Entwicklungsländern weiterhin viel zu hoch ist. Unser Wassertank ist entsprechend für uns ein wichtiger Schritt.
Stilles Örtchen – grosse Wirkung!
Eines der Dinge, dass fast jedem Schweizer bei Reisen in weniger entwickelte Länder auffällt, ist die Qualität der sanitären Anlagen, denn hier sind wir in unserem Alpenland wirklich enorm verwöhnt. In Kenia muss man sich an andere Standards gewöhnen, selbst in den Städten, und auf dem Land sieht es nochmals ein Stück prekärer aus. An vieles davon kann man sich gewöhnen, aber schlecht ausgebaute sanitäre Toiletten können auch ungeahnte, schlimme Folgen haben, denn diese unhygienischen sanitäre Anlagen sind fruchtbarer Nährboden für Krankheitserreger und Parasiten aller Art. Durchfall zum Beispiel, bei uns eine mühsame, aber harmlose Erkrankung, die nach einigen Tagen verschwindet, ist in Entwicklungsländern ein massives Gesundheitsproblem, das laut der World Health Organisation bis zu 1.5 Millionen Kindern pro Jahr das Leben kostet. Nach den einfachen Anfängen der Star Academy war schnell klar, dass wir sehr bald adäquate Anlagen bauen müssen. 2014 waren diese fertiggestellt und Vreni konnte sie in einer feierlichen Zeremonie mit eröffnen (siehe rechts).
Betonböden gegen Insekten
In der Schweiz absolut undenkbar, in Kenia sehr oft Realität: Die Böden der Schulzimmer sind nicht betoniert, man lernt direkt auf dem sandigen Naturboden. Das hat vor allem ein gewichtiges Problem: Dieser Boden lebt, denn er ist voller Insekten, welche die Schüler und Lehrer während den Lektionen piesacken. Je nach Saison ist an ein konzentriertes Lernen deshalb kaum zu denken. Gerade Schüler aus ärmeren Verhältnissen, welche sich zum Teil keine Schuhe leisten können, sind davon betroffen. Die Schule startete ohne betonierte Böden, da diese relativ teuer sind und wir so schnell wie möglich loslegen wollten mit dem Unterricht. Es war uns aber von Anfang an ein Anliegen, hier so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen. Nach und nach haben wir die Zimmer renoviert und seit 2015 sind alle Schulzimmer vollständig betoniert, abgesehen vom neusten Gebäude – dort steht das Upgrade noch im Jahr 2017 an.