Majivuni und Malindi
Majivuni ist ein kleines Dorf in der Nähe der Küstenstadt Malindi. Letztere ist mit knapp 200’000 Einwohnern zwar so gross Genf und damit für Schweizer Verhältnisse eine Grossstadt; in Kenia hingegen ist es nur der zehntgrösste Ort und legt eher eine Kleinstadt-Atmosphäre an den Tag. Die wichtigste Industrie ist der Tourismus und entsprechend leidet die Stadt auch unter der prekären Sicherheitslage im ganzen Land, welche dazu geführt hat, dass die Besucherzahlen seit Jahren rückläufig sind. Das erhöht den Druck auf dem Arbeitsmarkt und lässt den Umsatz der vielen Klein- und Kleinstladenbesitzer schrumpfen.
Majivuni selber ist ein typisches kenianisches Dorf mit sehr einfachen Häusern und hat ungefähr 1’200 Einwohner. Die Dorfgemeinschaft besteht vorwiegend aus Familien mit Kindern. Die Frauen leisten den grössten Teil der Hausarbeit (Waschen, Kochen, Putzen, Gartenarbeit) und die Männer versuchen, Arbeit zu finden. Wiederum ist der ausbleibende Touristenstrom ein grosses Problem und nur wer Glück hat findet heute noch einen Job in den Hotels an der Küste (im Zimmer-Service oder in der Küche, als Kellner, Gärtner oder Wächter). Einige verdienen etwas als Tuk-Tuk oder Matatu (Sammeltaxi) Fahrer oder betreiben einen kleinen Laden für Lebensmittel. Viele haben ausserdem kleine Shops in Strändnähe, wo sie den Touristen einheimisches Handwerk oder andere spezifisch an diese Kundschaft gerichtete Güter verkaufen. Fischfang im Indischen Ozean ist ebenfalls eine Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen.
Geburt einer Schule
Die Star Academy wurde 2010 aufgrund gegründet. Der Grund dafür war ein einfacher: Es gab vorher noch keine Schule in der Gegend um das Darf Majivuni und die Kinder mussten grosse Distanzen auf sich nehmen, was gerade Kinder aus ärmeren Familien häufig davon abhielt, überhaupt eine Ausbildung anzstreben. Und selbst wenn sie den Weg auf sich nahmen, war die Qualität der Schulen nicht eben die Beste. Unser Schulleiter, Johnstone, sah diese Situation und gelobte Abhilfe. Kenia ist ein Land, in dem vieles fast nur dann richtig gemacht werden, wenn sich einzelne visionäre Leute der Sache mit Leidenschaft der Sache annehmen. Genau dieses Feuer war es, welches Verena Kottmann so imponiert hat, als sie Johnstone kennenlernte. Sie war schnell an Bord und unterstützte das Projekt von Anfang an mit sehr viel Herzblut.
Der Plan wurde schon bald in die Praxis umgesetzt, die Strategie war simpel: Die Schule sollte so schnell wie möglich ihre Tore öffnen, um den Kindern in der Gegend eine Möglichkeit zur Ausbildung zu geben. Die Infrastruktur war am Anfang simpel, denn es war wichtiger, überhaupt eine Schule zu haben, als Monate oder Jahre länger auf die perfekt ausgebaute Infrastruktur zu warten. So wurde dann 2010 feierlich die Schule eröffnet, 2011 startete die erste Klasse mit 12 Schülern und Schülerinnen. Nach diesen bescheidenen Anfängen wuchs die Schülerschaft rapide an auf heute 130 Kinder, eingeteilt in die Primarschulstufen 1-8, den Kindergarten und den Vorkindergarten. Die Kinder werden heute von 12 Lehrern unterrichtet. Uns stand aber natürlich nicht nur der Sinn nach Wachstum, sondern vor allem nach Qualität: Der Unterricht soll den Kindern wirklich etwas bringen und ihnen eine Zukunft ermöglichen, die ohne gute Ausbildung unerreichbar ist. Wir investierten viel in die Qualität des Unterrichts und der Lehrer und es freute uns entsprechend enorm, als diese Anstrengungen Früchte trugen und wir nach einer staatlichen Inspektion im Jahr 2014, also gerade mal vier Jahre nach der Gründung, den fünften Rang von über 100 getesteten Schulen in der Provinz erreichten! Dies motivierte alle Beteiligten ungemein, ob in Kenia oder in der Schweiz, und zeigte uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Hürden werden aber sicherlich nicht kleiner, im Gegenteil. Die vielleicht grösste Aufgabe über die nächsten Jahren wird es sein, die Qualität des Unterrichtes auch bei weiter steil ansteigenden Schülerzahlen hochzuhalten.
Im Laufe der Jahre wurde die Infrastruktur immer weiter verbessert, mehr dazu unter Erfolgreiche Projekte. Das Ziel war dabei immer, den Schülern eine bessere Lernumgebung zu bieten. Wir betonierten die Böden, um gegen Sandflöhe gewappnet zu sein; kauften Kühe, um den Kindern ein solides Frühstück kochen zu können; bauten einen neuen Wassertank ein; und vieles mehr. Wir versuchen dabei stets, möglichst viel zu erreichen, ohne enorm viel Geld in die Hand zu nehmen. Dieser Weg ist noch lange nicht abgeschlossen, über die nächsten Jahre werden weitere Ausbauten folgen und dies ist mit ein Grund, wieso wir Ihre Spende brauchen!

